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Re: Wohnzimmer
von Jared am 25.12.2022 00:45Die Sache sollte endlich mal geregelt werden, denn es war auch als Elternteil nicht schön, wenn der eigene Sohn von seinen besten Freunden so abgeschnitten war und auch mit dem Bruder da noch eine offene Rechnung hatte, aber er würde es nun bald angehen und ich hatte ein gutes Gefühl dabei. Felix würde das schon schaffen und dann wäre alles geregelt und wieder gut. "Ich denke, hätten wir es gewusst, wären wir das alles ein wenig anders angegangen, doch nun sei es so. Es ist jetzt draußen und doch auch nicht so verkehrt. Früher oder später hätten wir es sowieso rausgefunden und nun war es ja dennoch noch in einem geschützen Rahmen", meinte ich. Ja, es war am Esstisch vor der ganzen Familie, aber eben nur unserer und wir waren dafür bekannt, sowas zu akzeptieren. Eli hatte sich Tess und mir ja schon damals anvertraut und es war nie ein Problem gewesen, dass er eben schwul war und Ethan sahen wir dadurch auch nicht mit anderen Augen. Unsere Familie tolerierte das, anders als wohl die Fawleys, also war es lieber hier in unserem Haus passiert, als dort bei denen.
Ich nickte, denn mein Sohn nahm die Vorschläge gut an. Sobald alles geklärt war, stand dem ja nichts mehr im Wege. "Na ja, da hast du wohl recht oder ihr müsst dann ein Dreifach-Date machen, sobald sie auch jemand Nettes kennengelernt hat", schmunzelte ich. Da war ich ja nicht so gut informiert, aber nachdem sie damals eine Schein-Beziehung mit Ethan eingegangen war, um diesen zu schützen, hatte sie wohl niemanden an ihrer Seite. Doch wer wusste schon, was noch kam? Gerade in dem Alter verliebte man sich doch schon mal.

Re: Wohnzimmer
von Jared am 12.11.2022 23:00"Genau, sowas kannst du ja ganz offen kommunizieren." Ich hielt sowieso viel davon, wenn man einfach mal miteinander sprach. Sicher verstand ich, wenn man sich mal nicht richtig traute, bei Merlin, ich hatte beim ein oder anderen auch mehrere Anläufe gebraucht, aber im Endeffekt waren solche offenen Gespräche nie falsch. Man konnte einfach mal das sagen, was man haben wollte und das Gegenüber verstand einen in den meisten Fällen auch. Oft war es nicht so schlimm, wie man es sich manchmal vorher ausmalte und ich wusste hier ganz genau, dass weder Elijah noch Ethan das ihm böse nehmen würden. War doch völlig in Ordnung, schließlich war Felix' Position wirklich nicht so einfach, als der beste Freund des einen und Bruder des anderen. Da stand man eben echt dazwischen. "Ich denke wir kennen ihn alle. Eli und seine Gefühle, aber es ist ja auch nichts Schlimmes. Man muss nur mit solchen Aktionen rechnen, wenn er zu lange was mit sich rumschleppt." Was die Gefühlswelt angeht, konnte mein jüngster Sohn sogar einigen noch was vormachen, denn manche hatten gewiss zu wenig Empathie, doch es konnte eben auch zur Schwäche werden, so wie es hier kurzzeitig gewesen war. Es war schon gut, dass er sich ausdrückte, die Art und Weise war nur ein wenig schwierig.
Also wenn Felix mir das auch so bestätigte, dann musste da doch was dran sein. Er kannte Ethan schließlich viel besser und dann war es wohl wirklich so, dass dieser junge Mann nicht böse sein konnte, zumindest nicht so richtig. Bestimmt hatte er auch mal seine kleinen Launen, aber das war doch normal, wer hatte das nicht? "Ich bin sehr zuversichtlich, dass ihr da einen Weg findet. Ihr seid doch alt genug und könnt über sowas sprechen. Du hast auch deine Freundin, also darf er seinen Freund sehen und vielleicht macht ihr irgendwann auch mal was zusammen, vielleicht sogar mit Leona, sobald sich alles wieder eingerenkt hat?" Es wäre schön, wenn die Freunde meines Sohnes auch wieder hier vorbeischauen würden, ich mochte sie ja und sie waren jederzeit willkommen. Nur weil sie jetzt alle erwachsen wurden und auch ihre eigenen Partner fanden, hieß es ja nicht, dass sie nichts mehr zusammen unternehmen konnten.

Re: Wohnzimmer
von Jared am 04.10.2022 18:28Felix verstand sehr schnell, was ich damit aussagen wollte, so nickte ich leicht. "Das dürfen sie nicht von dir verlangen, ja. Du kannst weiterhin ihr Ansprechpartner sein und natürlich dürfen sie sich auch mal auskotzen, wenn der andere was Blödes gemacht hat in ihren Augen, aber sie dürfen nicht denken, dass du parteiisch werden musst. Sie haben ja auch noch ihre anderen Freunde; ich meine, Elijah hat doch Delilah und Ethan hat auch noch Leona." Und das waren nur Beispiele, denn ich glaubte, die Jungs hatten noch einige mehr, bei meinem Sohn wusste ich es auch. Felix sollte einfach nicht in der Mitte stehen müssen, aber aus eigener Erfahrung konnte ich ihm ja sagen, dass es dennoch klappte und Josie und Artur hatten auch noch nie verlangt, dass ich mich allein auf ihre Seite werfe. Ich grinste kurz bei den scherzenden Worten meines Sohnes: "Da hast du Recht, er hat es sogar erst noch runtergeschluckt, aber irgendwann hat er es eben nicht mehr ausgehalten." Elijah konnte man immer super als eine tickende Zeitbombe bezeichnen, was wir nie böse meinten, doch genau so war er eben. Es staute sich erst einiges in ihm an und irgendwann war kein Platz mehr und es explodierte einfach, kam aus ihm heraus, wie an dem Abend damals und dann war er auch kaum mehr zu stoppen. Mein Jüngster war eben ein kompletter Gefühlsmensch.
Auch wenn die Antwort schon so lange vor ihm lag und er auch wusste, dass es richtig war, so hatte er doch nochmal kurz die Bestätigung bei mir abgeholt, was ich aber auch nicht als schlimm oder schlecht empfand. Das brauchte es manchmal einfach. "So schätze ich ihn auch nicht ein, ich habe diesen Jungen sowieso noch nie wirklich wütend erlebt", sagte ich und schmunzelte sogar leicht. Okay, ich bekam von ihm sowieso eher weniger mit, sah ihn eben, wenn er mal hier war oder ich damals Felix zu ihm nach Hause brachte, vielleicht jetzt auch mal auf dem Unigelände, aber sonst... Felix kannte ihn da weitaus besser, war eben sein bester Freund, aber der sagte ja auch selbst, dass Ethan ihm das nicht krumm nehmen würde. "Ja und wenn wir es mal ganz genau betrachten, ändert sich doch auch gar nicht so viel. Ethan war schon immer herzlich willkommen hier und so wird es weiterhin sein, nur dass er eben nun nicht nur wegen dir vorbeischauen wird, sondern wohl auch wegen deines Bruders." Aber auch da würden sie sicherlich ihren Weg finden. Das Freundestrio unternahm sicherlich weiterhin gerne Sachen zusammen und manchmal, da brauchten dann auch mal wieder die Paare Zeit füreinander. Das war alles möglich.

Re: Wohnzimmer
von Jared am 30.08.2022 15:05"Das ist auch immer so ein heikles Thema. Du liebst deinen Bruder und Familie ist wichtig, aber andererseits ist Ethan natürlich auch dein bester Freund seit sehr vielen Jahren. Wenn die sich mal in die Haare kriegen sollten, steht man erstmal komplett dazwischen." Verstand ich ja, denn die Angst war manchmal auch ein wenig berechtigt. Bei Artur und Josie hatte ich auch immer etwas Angst davor gehabt und im März war es sogar so weit gewesen, als Josie mich mit Romeo in der Uni aufgesucht hatte, weil Artur einfach zu Olive gegangen war, um mit ihr zu reden. Es hatte sich alles klären lassen, aber natürlich fühlte man sich anfangs ein wenig an die Wand gedrängt. "Trotzdem musst du dir vor Augen halten, dass es ihre Beziehung wäre und damit auch ihre Konflikte. Natürlich kann und wird es mal passieren, dass sie auf dich zukommen und möchten, dass du ihnen recht gibst, aber das geht manchmal nicht immer. Du musst dich für keinen entscheiden, weil du eigentlich gar nichts damit zu tun hast", machte ich auch nochmal klar, denn nur weil er Bruder und bester Freund war, konnte nicht alles an ihm abgeschmiert werden. Beide hatten auch andere Freunde, mit denen sie reden könnten. "Ich verstehe es ja auch, ich mache deinem Bruder auch gar keinen Vorwurf", meinte ich ehrlich, auch wenn ich natürlich fand, dass es anders und besser hätte laufen können. Wären wir an Elijahs Stelle gewesen, hätten wir es bestimmt auch nicht ewig ausgehalten. Außerdem konnten wir es nicht mehr umkehren, das Weihnachtsfest war nun eben etwas anders verlaufen als sonst, aber vielleicht wäre das nächste dadurch umso schöner. Ich würde mich freuen, wenn wir Elsa, Fabian und Ethan als Gäste am Tisch sitzen haben könnten und alle glücklich waren.
"Felix, ich glaube du weißt schon selbst genau, was richtig ist und was du machen musst", gab ich zu und lächelte ein wenig, denn alles, was er von sich gab, klang sehr vernünftig. Oft war es ja auch so, dass man schon selbst die Lösung für sein Problem gefunden hatte, aber manchmal noch einen kleinen Anschubser von jemand anderes brauchte. Ich konnte meinem ältesten Sohn nur zustimmen und ihm da Mut machen, das durchzuziehen. Es wäre für alle leichter, für Ethan aber auch für Elijah und Felix. "Ethan wird dir sicher nicht böse sein, dass du ein wenig Abstand gebraucht hast, viel eher wird er froh sein, wenn du wieder auf ihn zugehst. Ich finde auch, dass ihr einander braucht. Ihr hattet immer eine sehr starke Freundschaft und die sollte man nicht wegwerfen, nur weil er nun auf deinen Bruder steht. Das schweißt manchmal sogar noch etwas mehr zusammen, denn die Freundschaft wird auch ein wenig familiärer." Damit meinte ich jetzt nicht, dass Ethan und Elijah heiraten würden, das war sowieso etwas sehr schwierig, war offiziell gar nicht erlaubt, was in meinen Augen auch blödsinnig war, aber die Gesetze ließen sich leider nicht so einfach ändern. Trotzdem wurde die Verbindung manchmal auch etwas enger. Arturs und meine Freundschaft hatte das mit Josie auch nie negativ beeinflusst.

Re: Wohnzimmer
von Jared am 28.07.2022 00:08"Das ist nicht fies von dir, Felix, das ist normal. Geschwisterkind und bester Freund sind bei jedem im Kopf eine komische Vorstellung. Ich glaube Ethan würde es nicht anders ergehen, wenn du zum Beispiel auf seine Schwester stehen würdest", erklärte ich ihm, versuchte ein paar Beispiele zu bringen, die es so natürlich nicht gab, das wusste ich auch. Mein ältester Sohn hatte eine Freundin; Elsa. Tess und ich hatten sie schon kennenlernen dürfen und diese junge Dame brachte wirklich frischen Wind hinein, aber nicht im negativen Sinne. Ein aufgewecktes Mädchen, aber sehr freundlich und passend für unseren Felix. Bei der Partnerwahl meiner Kinder konnte ich mich sowieso nicht beschweren, sie alle hatten jemanden gefunden, der sie glücklich machte und alle drei von ihnen waren auch keine schlechten Menschen. Fabian, Elsa und auch Ethan nicht, nur beim Letzten brachte das eben ein bisschen mehr Verwirrung mit sich und darum sollte es ja gerade auch gehen. "Dein Bruder handelt schneller als er denkt und genau das ist an Weihnachten eben auch passiert." Das war nichts Neues, daran waren wir irgendwie schon gewöhnt, auch wenn wir uns darauf eben nie recht vorbereiten konnten. Elijah war ein Gefühlsmensch und wenn sich in ihm etwas anstaute, dann passierte es irgendwann, dass das einfach aus ihm herausplatzte. Wann dieser Zeitpunkt kam, das konnte man wiederum nie genau sagen. "Die Jungs hätten das auch anders regeln können, als an unserem Esstisch, aber das können wir nunmal nicht mehr ändern. Beide hätten auch vorher mit dir reden können, vielleicht auch sollen, weil dann wäre es wohlmöglich auch niemals dazu gekommen, dass wir alle da zusammen saßen." Hätten wir von dem stummen Konflikt zwischen den Jungen gewusst, wäre Ethan nicht eingeladen geworden, bevor sie sich nicht ausgesprochen hatten, so viel war ja klar. "Leona hat vielleicht Recht in dem Punkt, auch wenn du die Gewissheit erst von Ethan selbst hören kannst. Ihr seid schon lange beste Freunde, ich denke er weiß, dass er dir auch vertrauen kann und du nichts dagegen hättest, dass er schwul ist, aber vielleicht hat er es im Kopf auch direkt mit Elijah verbunden und der ist wiederum dein Bruder und somit kam da eben wieder mehr Angst auf, als nur das eigentliche Outing", sagte ich und versuchte irgendwie eine logische Erklärung dafür zu finden, aber oft war es einfach so, dass die Angst einem im Wege stand und man nicht so recht wusste, wie man es ansprechen sollte. Vielleicht war es Ethan genauso ergangen. Dann legte ich den Arm um die Schultern meines Sohnes: "Um das Gespräch wirst du nicht drum herum kommen, aber ich verstehe dein Problem. Ich glaube du musst dir bewusst werden, was genau du aus dem Gespräch erhoffst, was du ihn fragen willst und vielleicht hast du auch schon eine Idee, wie du damit umgehst. So wie ich dich kenne, bist du tolerant genug und du hast ja auch schon gesagt, dass es dir nichts ausmacht mit den beiden. Es ist nur... komisch."

Re: Wohnzimmer
von Jared am 25.06.2022 22:29Meine Vermutung bestätigte sich, nachdem Felix seinen ersten Satz ausgesprochen hatte. Elijah und Ethan, ein Thema das eigentlich die ganze Familie betraf seit dem letzten Weihachtsfest. Das Eli schwul war, das hatten Tess und ich bereits gewusst, aber niemand hatte erahnen können, dass sein Herzensjunge der beste Freund seines Bruders war, sonst hätten wir dieses ganze Chaos vielleicht noch rechtzeitig verhindern können. Am gleichen Abend hatte ich aber bei Felix beinahe die Situation sehen können, die ich hatte, als ich von Josie und Artur erfahren musste, erst durch Alistair Blackwood, dem ich es erst nicht geglaubt hatte, dann aber doch noch die Bestätigung von Josie... Da fiel mal im erstem Moment aus allen Wolken, auch wenn man ja wirklich nicht der Böse sein wollte, der es ihnen verbieten würde. Das sagte Felix auch nun, er hatte nichts gegen die beiden an sich, aber das Gefühl war einfach seltsam. "Ich weiß sehr genau, wie du dich fühlst. Du willst ihnen nichts vorschreiben, was sie zu tun oder zu lassen haben, aber einfach das Bild, dein Bruder und dein bester Freund... das passt in deinem Kopf noch nicht so richtig zusammen, stimmt's?", sagte ich und sah Felix an. Ich war ganz froh, dass er gerade zu mir gekommen war, denn vielleicht könnte ich ihm in diesem Punkt tatsächlich weiterhelfen. Ich hatte auch meine Zeit damals gebraucht, um mit den neuen Umständen klar zu kommen, aber mittlerweile sah ich nur noch, wie glücklich Josie und Artur waren, ihr Glück war mit dem kleinen Romeo auch vervollständigt worden und es war auch nicht mehr komisch, die beiden so zusammen zu sehen. "Mir ging es auch so, als ich das erste Mal hörte, dass deine Tante was mit Artur haben sollte. Ein Kollege hat mir davon erzählt, ich bin kein großer Freund von ihm, er versucht uns auch gerne mal zu reizen, weshalb ich ihm das auch nicht geglaubt habe, aber ein komisches Gefühl im Bauch hatte ich deshalb auch schon", erzählte ich meinem Sohn, wie es für mich damals war, denn die ganze Story hatten die Kinder natürlich nicht so nah miterlebt. Sie hatten natürlich auch irgendwann von Josie und Artur erfahren, klar, aber eben etwas anders und ohne diese Vorgeschichte.

Re: Wohnzimmer
von Jared am 28.05.2022 00:35Es waren heute nicht viele Vorlesungen in der Uni gewesen, weshalb ich heute auch schon früh Zuhause war. Es war manchmal tagesabhängig, der Plan der Studenten war nicht immer gleich und es kam auch immer darauf an, welches Thema besprochen werden musste. Die Aufsätze hatte ich gestern zurückgegeben, da lag diesmal nichts mehr auf meinem Schreibtisch und so konnte ich heute auch guten gewissens früher Feierabend genießen. Passte auch ganz gut, denn Tess und ich hatten abgemacht, dass wir nachher zusammen kochen würden, sobald sie von der Arbeit kam, eingekauft dafür hatten wir schon gestern. Meine Frau hatte aber erst später Feierabend, also hatte ich noch etwas freie Zeit. Elijah war in Hogwarts, Hope hatte ich beim Gehen noch auf dem Campus bei ihren Freunden gesehen und ob Felix Zuhause war, wusste ich gar nicht. Seinen Vorlesungs-Plan und den Dienstplan hatte ich nicht immer so ganz auf dem Schirm, der wechselte ja auch ständig und Heilkunst war eben nicht mein Fachbereich. Ich wusste jedoch, dass falls er da sein sollte, er sich melden würde, wenn er etwas brauchte.
Ich hatte mir nun erstmal die heutige Ausgabe vom Tagespropheten vom Küchentisch geschnappt und sie mit ins Wohnzimmer genommen, um mich dort aufs Sofa zu setzen und mal etwas darin rumzublättern. Man musste sich ja auch ständig auf den neusten Stand bringen. Ich schüttelte den Kopf, als ich sah, wie schon wieder eine unschuldige Familie von Todessern angegriffen wurde, das war schon die dritte innerhalb einer Woche. Langsam war das echt nicht mehr normal... Gerade wollte ich den nächsten Artikel beginnen, als die Stimme meines Sohnes mich unterbrach. Felix war wohl doch hier gewesen, vermutlich oben in seinem Zimmer. Anscheinend hatte er ein Anliegen, worum es ging, würde ich wohl gleich erfahren. "Felix, aber natürlich. Setz dich ruhig dazu", bot ich ihm den Platz neben mir auf dem Sofa an, faltete derweil die Zeitung zusammen und legte sie auf dem Tisch ab. Die könnte ich auch später weiterlesen, meine Kinder waren immer erste Priorität. Auch wenn Felix meistens zu Tess ging, wenn er jemanden zum Reden brauchte, würde auch ich ihm immer zuhören und wenn ich recht überlegte, hatte ich nun sogar eine kleine Vorahnung, worum es vielleicht gehen könnte.

Re: Wohnzimmer
von Jared am 17.12.2020 23:19Oh, so dachte sie also! Ich erwiderte diesen Kuss nur zu gerne und seufzte zufrieden hinein. Manchmal war das auch eine ganz nette Art der Wiedergutmachung und seit wir alleine Zuhause waren, war es auch nur selten ein Problem. Man musste nicht mehr so vorsichtig sein, da keine Kinder hineinplatzen würden und unserer Ehe tat es auch ganz gut. Zwischen Tess und mir war es nie so gewesen, dass alles auf Eis lag, egal wie lange wir verheiratet waren. Ich war immer noch so glücklich mit ihr, wie am ersten Tag und das konnte ja doch nicht jedes Ehepaar immer so von sich behaupten. "Möglicherweise...", murmelte ich grinsend und küsste sie erneut, steuerte sie dann rückwärts Richtung Sofa, bis wir dort anstießen. Nur kurz löste ich den Kuss, sodass wir uns beide darauf niederlassen konnten, dann zog ich sie auch direkt wieder zu mir und ihre Lippen auf meine.
Unsere besten Freunde waren eben jeweils ein anderer und ebenfalls ein Ehepaar. Das konnte Probleme bereiten, wenn bei ihnen der Haussegen schief hing so wie jetzt, aber das durften wir nicht auf uns projizieren. "Das verstehe ich ja auch", gab ich ehrlich zu und seufzte. Für unsere Freunde wollten wir eben trotzdem da sein, auch wenn sie noch so viel Mist machten.

Re: Wohnzimmer
von Jared am 14.12.2020 01:05Ich hörte ihre Worte und schmunzelte etwas. "Und wie kann ich das deiner Meinung nach wieder gut machen?", fragte ich murmelnd, stupste meine Nase kurz an ihre an. Ich liebte diese Frau wirklich mit allem was ich hatte. Damals hatte sie mich schon umgeworfen, ich hatte nicht mehr gewusst wo mir der Kopf stand, als ich Gefühle für sie entwickelt hatte und das ging mir noch heute so. Für mich waren es die Anzeichen einer perfekten Ehe. Schon immer wollte ich eine Beziehung, in der sich die Gefühle einfach nicht änderten, egal wie lange man zusammen war und das hatten Tess und ich geschafft. Eher war ich der Meinung, dass es tagtäglich noch ein wenig mehr wurde.
"Ich weiß", seufzte ich und strich über ihre Wange, sah ihr in die Augen. Die Augen, die mir so vertraut waren und die ich einfach stundenlang ansehen konnte. Meine Hände wanderten herab und ich legte sie an ihre Taille. "Ich bin auch ganz froh, dass wir unsere eigene Ehe haben und nicht die mit unseren besten Freunden teilen müssen." Nun grinste ich kurz und drückte ihr einen kleinen Kuss auf die Stirn. "Du bist mir wichtig, Liebling, und egal wie viel Mist da noch zwischen den beiden passiert... Es hat nichts mit uns zu tun."

Re: Wohnzimmer
von Jared am 11.12.2020 19:29Tess und meine Kinder waren der Mittelpunkt in meinem Leben und das schon so lange Zeit. Ich hatte mir damals immer eine glückliche Familie gewünscht und dieser Traum war in Erfüllung gegangen. Mit Tess hatte ich die Liebe meines Lebens gefunden, das war mir schon zu Schulzeiten bewusst geworden und nach dem Abschluss hatte ich aber auch gar nicht mehr so lange gewartet, bis ich sie denn heiraten wollte. Hope war auch recht früh auf dem Weg, doch egal welche Bedenken wir manchmal hatten, wir hatten alles gemeistert und daran glaubte ich auch noch heute. Unsere Beziehung war stark genug und konnte einiges durchstehen.
Den Kuss zog ich noch ein wenig in die Länge, ehe ich mich wieder von ihr löste. Mit meiner Hand, die noch an ihrer Wange lag, wischte ich ihr nun die restlichen Tränen weg. Ich mochte es nicht, wenn sie weinte. Ihr Lächeln und Lachen war viel schöner. Ich lehnte meine Stirn an ihre und seufzte leise. "Können wir das vergessen?", fragte ich leise. Wir hatten uns so hochgeschaukelt und eigentlich ging es bei dem ganzen Thema nicht einmal um uns sondern um unsere besten Freunde. "Es tut mir wirklich leid, das hätte gar nicht passieren dürfen." Wir hätten nicht so weit gehen dürfen, dass wir uns irgendwann noch solche Sachen an den Kopf schmissen.















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